Universität Dortmund, Fakultät Raumplanung
Klaus Boeckmann, Dr. Klaus Kock
Strukturpolitik und Beschäftigungsförderung
im Ruhrgebiet
Der Wandel von der Industrie- zur Dienstleistungsgesellschaft stellt neue Anforderungen an eine Politik zur gesellschaftlichen Regulierung von Arbeit und Beschäftigung. Sich ändernde Branchen- und Betriebsstrukturen erfordern Beschäftigungsfähigkeit und Mobilität auf Seiten der Arbeitskräfte. Die Vielfalt der Belegschaften hat zugenommen, neue Ungleichheiten entstehen und die Arbeitslosigkeit verfestigt sich. Während die Beschäftigungsverhältnisse im fordistisch geprägten Ruhrgebiet der Nachkriegszeit sich durch eine hohe Regelungsdichte auszeichneten, zielt die aktuelle Flexibilisierung auf den Abbau von „Überregulierung“, bewirkt aber auch neue Unsicherheiten.
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| In den Unternehmen selbst sind veränderte Managementstrategien in Bezug auf Organisation und Inhalte der Arbeitstätigkeiten festzustellen. Tayloristisch geprägte großindustrielle Strukturen mit hierarchischem Unternehmensaufbau werden aufgelöst zugunsten von „Wertschöpfungsketten“ und netzwerkförmig kooperierenden Klein- und Mittelbetrieben. Die moderne Unternehmensorganisation basiert auf einem hohen Maß an Flexibilität und Selbstverantwortung der Beschäftigten. Gewerkschaftliche Mitbestimmungspolitik und kollektive Regelungen wie Tarifverträge geraten unter Druck durch Globalisierung einerseits, Individualisierung andererseits.
Die Frage, wie Strukturpolitik und Beschäftigungsförderung in der Region auf diese Herausforderungen reagieren sollen, ist durchaus umstritten. Einer Politik der Deregulierung, die den Verzicht politischer Gestaltung zugunsten von Marktmechanismen fordert, stehen Strategien gegenüber, die auf Erhalt und Reform etablierter Institutionen der Arbeit abzielen.
Im Seminar sollen Veränderungen in Konzepten und Strategien von Strukturpolitik, Beschäftigungsförderung und Arbeitspolitik des Ruhrgebiets anhand von empirischen Untersuchungen und exemplarischen Fallstudien behandelt werden. Ziel ist es zu zeigen, dass Strukturwandel und Entwicklung der Beschäftigung zwar nach wie vor nicht allein Marktgesetzen gehorchen, sondern politisch gestaltet werden, dass sich jedoch wesentlich komplexere Anforderungen an Planungs- und Entscheidungsprozesse stellen als zu Zeiten des Fordismus.
Themen und Termine
Literatur
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